
demokratischen Prozesses steht. Aber ebenso selbstverständlich ist es, dass wir einer Entscheidung, die wir für falsch halten, nicht nachträglich unsere Zustimmung geben. Einem Haushalt ohne die neue Kreditvergabe an die SWTE hätten deutlich
mehr Ratsmitglieder zugestimmt.
Besonders erschreckend finden wir den Vorwurf, wir würden uns mit unserem Abstimmungsverhalten unserer politischen Verantwortung entziehen. Dieser Vorwurf ist haltlos und unverschämt. Tatsächlich nehmen wir unsere Verantwortung sehr ernst: Wir sind nicht dazu gewählt, Entscheidungen der Mehrheitsfraktion durch Schweigen oder Zustimmung abzunicken. Das ist keine Absage an den demokratischen Prozess – das ist sein Kern.
Wer „Nein“ sagt, weil er gute Gründe hat, handelt nicht bequem – er handelt überzeugt, konsequent und verantwortungsbewusst. Wer stattdessen die kritische Haltung und sachliche Auseinandersetzung diskreditiert, schadet auch dem Vertrauen in demokratische Prozesse insgesamt. Das gilt auf allen Ebenen – von der Bundes- bis zur Kommunalpolitik, im privaten und öffentlichen politischen Diskurs,
und nicht zuletzt in der politischen Berichterstattung.
